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Support: Luca Stögermair
Ausgabe #2

Winter Wunder Welt

Erschienen am 4. Dezember, 2021
Auflage 10.000 Exemplare
302 Auslageorte
Print-Ausgabe verfügbar
Zertifikat Druckauflage
Abliefernachweis

#2

Chefredaktion: Anabel Schleuning   ×   Herausgeber, Verantwortlicher, Art Direction, Layout: Aiko Blank   ×   Freie Autoren: Katrin Panholzer (Was für Drinnen), Max Kölbl (Vom Chiemgau in die Welt), Birgitt Hölzel & Stefan Ruzas (Psychologie)  ×   Lektorat: Geheim -.-   ×   Illustrationen: Magdalena Wolf   ×   Titelillustration: Annette Granados Hughes   ×  Rubrikenillustrationen & Elemente: Magdalena Wolf, Aiko Blank   ×   Anzeigenakquise und Auslagestellen: Christine Steiner   ×   Coaching und Beratung: Philipp Wulk, Franziska Weinmann   ×   Bester Dank: Harald Mader (f&w), Hans Blösl, Gabriele Schleuning, Josef Riefer, Fabian Gatermann, Bianca Kölbl, Xenia Schleuning, Luca Stögermair, Markus Henze.
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Editorial

Als ich ein Kind war,

gab es Raum und Zeit in der begrenzten Form, wie ich beides heute kenne, noch nicht. Ich hatte Schlupflöcher, in denen die Gesetzmäßigkeiten dieser Welt aus den Angeln gehoben waren. Da war das verbotene Schlafzimmer meiner Großeltern: Dort hindurch gelangte ich vom Bad durch den Vorratsschrank über die Sauna schließlich in den Spiegelsaal von Schloss Herrenchiemsee. Diese Vorstellung war vermutlich einem Fiebertraum entsprungen. Und doch manifestierte sie sich in meinem Alltag, bis sie schließlich zu unumstößlicher Realität wurde. Heute bin ich deshalb immer wieder irritiert, dass der Raum an einer bestimmten Stelle endet und mir eine geheime Kinderwelt verschlossen bleibt. Mir fehlt der Schlüssel. Aufbrechen kann ich meine von Uhren getaktete und Mauern begrenzte Erwachsenenwelt nur, wenn es früher dunkel wird und Zeit für lange gemeinsame Leseabende ist. Dann begleiten wir Menschen auf der Suche nach ihrer verlorenen Seele, ein Glücksschwein in ein Reich namens „Verschusselt“, wir treffen auf Geister der Vergangenheit und landen in Zauberwäldern (S. 40).

Manchmal fehlt uns nicht nur der Schlüssel in Welten voller Fabelwesen und Fantasie, sondern auch der zum Herzen eines anderen Menschen. Aufschließen kann man es mit etwas Glück und viel Mut vielleicht dann, wenn man Stift und Papier zur Hand nimmt: Schriftstellerin Simone Lappert zeigt uns, wie der Liebesbrief geht (S. 42). Wenn Herzen schließlich erobert sind, könntet ihr einen Ausflug ins Kino machen. Oder aber ihr pflanzt eine junge Eiche mit Maria Schindelegger von DASMAXIMUM in Traunreut: Dort wird die Aktionskunst von Joseph Beuys aus den 1980er Jahren zu neuem Leben erweckt (S. 32). Vielleicht wollt ihr aber auch nur einen Spaziergang durch die Dunkelheit machen: „Licht aus“ lautet Manuel Philipps Motto von den „Paten der Nacht“ – nicht nur für Romantiker, sondern vor allem gegen die Lichtverschmutzung dieser Welt (S. 68). Et voilà: la réalité heißt es für mich spätestens am 23. Dezember um 23 Uhr: Wenn kein einziges Weihnachtsgeschenk verpackt ist, weil man die Tage davor damit zugebracht hat, einen zauberhaften Architekten-Weihnachtsbaum zu bauen (S. 16). Wenn die Oma am Heiligabend unter eben jenem Baum zwischen Barbies und Lego liegt, weil die Enkel sie zum Pferd gemacht und in die Schlacht gezogen haben (S. 46). Während ihr Sohn, Vater dieser Kinder, irgendwo im Feld auf der Suche nach tiefer Verbundenheit ist (S. 52). Eigentlich gar kein schlechter Ansatz: Denn stressfreie Feiertage gehen für uns mit Auszeiten in der Natur einher, zum Beispiel bei einer Wanderung ins Mangfallgebirge (S. 56). Oder mit einem Ausflug ins Kasperltheater (S. 48). Und wenn das alles nichts nutzt, gibt es immer noch gute Therapeuten: Liebling & Schatz helfen, dass Christmas nicht zu Stressmas wird (S. 66).

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Aufgetischt wird nicht nur la réalité, sondern auch ein Wintermenu der besonderen Art für die ganze Familie (S. 78). Ins neue Jahr gekugelt mit Kilos, die wir nie wollten, begegnen wir dann Künstlerinnen und Künstlern, deren inneren Schweinehunden, Vorsätzen für‘s neue Jahr und – wer weiß? Vielleicht gibt‘s auch ein Wunder über Neujahrsnacht (S. 8) …

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Wir danken, allen, die schon seid Beginn mit an der Verwirklichung unserer Idee teilgenommen haben.